Social Media Marketing

Man darf auch mal die Klappe halten

Wie häufig sollte man posten?

Einem Presse-Sommerloch ähnlich, kommt auch für Marken und Social Media Manager ab und an eine Phase, in der es einfach wenig zu sagen gibt. Das kann speziell in Zeiten kommen, in denen Produktlaunches in weiter Ferne liegen, die bestehende Produktrange mehr als ausführlich vorgestellt wurde und sich gerade in Sachen Kampagnen nichts tut. Und in der Regel steigert sich in diesen Phasen der Druck des Kunden auf die Agentur extrem. Denn aus irgendeinem unerklärlichen Grund, hat sich beim Kunden eine Mindestpostmenge pro Woche in den Kopf gebrannt, die definitiv eingehalten werden muss.

Social Media Konversation mal unter der Lupe betrachtet

Dabei kann die Welt ganz einfach sein. Nehmen wir als Beispiel eine gemütliche Gesprächsrunde mit Freunden am Abend. Irgendwann hat auch der größte Geschichtenerzähler seine kreative Pause erreicht, in der er nichts Unterhaltsames zur Diskussion beitragen kann. Erzählt er dann einfach stupide weiter oder wiederholt seine Geschichten, wird er das letzte Mal in dieser Runde gesessen haben. Unter’m Strich: er nervt.

Und nicht anders geht das in sozialen Netzwerken. Auch hier sind wir als Marken und Agenturen Teil einer großen Konversation und auch hier sollten wir mit Bedacht die Mensch unterhalten, ihnen Neues liefern, sie zum Schmunzeln bringen und ihnen die Zeit vertreiben. Und wenn wir das aktuell nicht können, sollten wir eventuell darüber nachdenken, die Klappe zu halten.

Nicht, dass wir uns hier falsch verstehen. Ich halte nichts von einer längeren Pause, die vielleicht sogar über mehrere Wochen geht. Was ich vielmehr meine ist, dass wir uns dem Druck endledigen sollten, pünktlich alle 2 Tage (manchmal sogar häufiger) einen Post auf die Welt loslassen zu müssen. Es ist nicht weiter tragisch, wenn es nur 2 Posts in der kommenden Woche sind. Hauptsache, diese 2 Posts erreichen ihr Ziel und bringen Marke und User positiv miteinander in Kontakt.

Fanloss ist manchmal nicht verwunderlich

Und dann gibt es ja noch die Sache mit den abwandernden Fans. Viele Brandmanager vergessen gerne, dass ein Post nicht nur Fans anlockt, sondern natürlich auch abstößt. Und dabei verhält es sich genau so wie bei einer schlechten Show im TV. Passt dem Zuschauer die Show nicht, schaltet er um – passen dem User die Markeninhalte nicht, reagiert er mit einem Dislike.

Posten wir jetzt also um jeden Preis Inhalte, die zwar die Marke unbedingt transportieren möchte, die aber den Fan/Follower überhaupt nicht interessieren, ist ein Schrumpfen der Fanbase nicht weiter verwunderlich. Im Gegenteil, denn wir alle würden gleich agieren, wenn wir mit uninteressanten Inhalten gefüttert werden.

Ich würde mir wünschen, häufiger einen lockereren Umgang mit der Postfrequenz in Marketingabteilungen entdecken zu können. Der Aufwand, der durch wegfallende, uninteressante Inhalte gespart werden kann, ist super in hochwertige, interessante Inhalte investierbar. Das kommt nicht nur den Fans gelegen, sondern hilft auch der Marke durch mehr Interaktion und daraus resultierenden höheren Reichweiten.

Über den Autor

Heiko Schneider

Heiko ist seit 2007 einer der Gründer und Geschäftsführer einer Social Media Agentur, seit 1997 beruflich im Netz unterwegs und unstillbar auf Entdeckungsreise durch die Netzwelt.

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